persönliches – kreatives

Hand mit einem aufgeschlagenem Buch in derselben

Lesezeichen: Blick in die Geschichte | Wie bin ich hier? | Ich hinke irgendwie immer hinterher | Werbespot gegen Montagstrott | Frau Holle und die sieben Klagen | Im Zwiegespräch mit meiner Brieftasche | Weltuntergang 2012

Ich schreibe ja eigentlich nicht gerne. Wenn ich mich dann aber doch mal dazu durchringen kann, kommt meistens auch etwas Gutes dabei heraus. Hier findet ihr eine Auswahl meiner literarischen Experimente.

Blick in die Geschichte
Die Geschichte ist unser wichtigster Lehrer. Wenn wir nur in die Geschichte gucken und sagen: „Oh Gott, wie konnten sie das nur tun!“, dann würden wir nur ein Spiegelbild der Gegenwart und Zukunft sehen, und unsere Nach­fahren werden auch über uns sagen: „Oh Gott, wie konnten sie das nur tun!“. Wir müssen statt dessen aus der Geschichte lernen und versuchen, uns in diesem Spiegelbild der Zeit zu erkennen. Nur dann werden wir feststellen, wie hohl der Satz – Oh Gott, wie konnten sie das nur tun! – eigentlich klingt.

Sven Kocar

Leute von heute, denkt an die Welt von morgen und macht nicht die Fehler von gestern!

Sven Kocar

Jeder hat ne Wahl
Aber ich bin ein Zahnwahl
und kein Zitteraal

Sven Kocar

Wie bin ich hier?
Wie bin ich hier? Ich bin gern hier, bin froh hier zu sein, hier zu dieser Zeit, mit diesen Leuten, in diesem Raum, an diesem Ort, auf diesem Planeten, auf dieser Erde.

Sven Kocar

Plagende kleinen Ungeheuer
schwirren, reizen nie allein.
Guter Rat ist da teuer.
Gemein!

Sven Kocar

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Ich hinke irgendwie immer hinterher
Ich hinke irgendwie immer hinterher. Beim Schreiben, beim Sprechen, beim Gehen beim Essen. Wie sagt man so schön: Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. So ist es auch bei mir, wenn auch aus anderen Gründen. Bei mir gibt es ganz einfach Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Geist und Körper. Vielleicht muss mal ein Übersetzer her!

Sven Kocar

Werbespot gegen Montagstrott
(Den folgenden Text schrieb ich, als ich an einem Uni-Kurs für kreatives Schreiben teilnahm. Die Aufgabe war es, etwas zu den Worten „schon wieder Montag“ zu schreiben.)

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Frau Holle und die sieben Klagen
Ach ja …! Ich hab‘s schon nicht leicht …!
Habt ihr eigentlich eine Ahnung, was ihr mir antut? Ja, ihr da unten! Seit vielen Jahren heult ihr mir die Ohren voll. Für die Einen ist der Winter zu kalt und für die Anderen zu warm. Und dann jammert ihr wieder rum. Es scheint so, als hätt‘ sich der Mensch vom Homo sapiens direkt zum Homo-Jammerlappen entwickelt.

Ach ja …! Früher war alles besser …!
Früher gab es noch richtig armkalte Winter. Die Augen der Kinder strahlten vor Freude, wenn sie in meinem Schnee spielten. Aber heute jammern einige Leute, sobald auch nur ein paar Schneeflocken zuviel fallen. Ihr wünscht euch nur zu Weihnachten Schnee. Aber habt ihr euch mal überlegt, wie schrecklich das für mich wär‘, wenn ich mein Bett nur einmal im Jahr richtig ausschütteln könnte. Meine ganze Wohnung wäre voller Schnee, und meine schönen alten Möbel würden schimmeln!

Ach ja …! Ich kann es niemanden recht machen …!
Diejenigen, die mehr Schnee fordern, verlangen auch unmögliches von mir. Habt ihr überhaupt eine Vorstellung, wie alt die gute Frau Holle heut‘ ist …? Ich nicht! Bei 3 Millionen Jahren hab‘ ich aufgehört zu zählen. Eines kann ich euch jedenfalls sagen, ich war schon alt, als die Dinosaurier noch jung waren.

Ach ja …! Und ich kann nicht mehr so wie früher …!
Mein Ischias raubt mir schon den letzten Nerv, die Luft hier oben wird immer stickiger und zu allem Überfluss ist seit Jahrhunderten kein kleines Mädchen mehr zu mir gekommen, um mir zu helfen. Alles muss ich alleine machen! Die Menschen haben uns Märchenfiguren fast vergessen. Sie wissen es nicht zu schätzen, wie einzigartig und wichtig ihre Phantasie wirklich ist und glauben nicht mehr an Märchen.

Ach ja …! Aber ich mache weiter, denn es gibt noch Hoffnung …!
Eltern, die ihren Kindern Märchen vorlesen und Erwachsene, die ein Stück Kindheit bewahren konnten, sind die große Hoffnung für die Zukunft. Mit ihrer Hilfe geraten meine Kollegen aus den anderen Märchen und ich selbst nicht völlig in Vergessenheit. Und wer weiß, möglicherweise schaffen sie es sogar zu verhindern, dass den Menschen ein ähnliches Schicksal ereilt, wie es den Dinosauriern zuteil wurde.

P.S.
Die sieben Klagen sind oft nur zu fünft.

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Im Zwiegespräch mit meiner Brieftasche, Selly
Selly: „Ach menno, dat is doch hoffnungslos. Det hört mir ja eh keener.“

Ich: „Wer? Was? Wo?“

Selly: „Ja, weiter so. Det fehlt noch ‚Wie’ und ‚Warum’.“

Ich: „Wer ist da?“

Selly: „Heißt dat, du kannst mir wirklich hör’n? Hey, dat is toll. Ick versuch’ schonn seit Jahre, mit irgendwer zu reden.“

Ich: „Wo bist du?“

Selly: „Haste Tomaten uff de Ogen? Ick lieg doch jenau vor dich. Ick bin Selly, deine Brieftasche.“

Ich: „Wer? Was? Wo?“

Selly: „Och nöö, nich schonn widder! Horch mal, akzeptier doch einfach, dat ick reden kann und dat du eener der wenijen bist, die mir hör’n könn’n. Denn werden wir ne Menge Spass hab’n.“

Ich: „Spaß? Jetzt rede ich schon mitten in der Nacht mit meiner Brieftasche! Ich muss den Verstand verloren haben.“

Selly: „Jo, sowat in der Art.“

Ich: „Was soll das denn heißen?“

Selly: „Nur wer een bissel durchjeknallert is, kann mir hör’n.“

Ich: „Hey, ich sollte dich gleich morgen früh in den Müll schmeißen!“

Selly: „Neeeeeee, nich uff en Müll! Da stinkt’s immer so. Kennste nich die Sache mit dem Genie und Wahnsinn? Vielleicht biste gar nich durchjeknallert. Vielleicht biste ja een Genie.“

Ich „Das hört sich schon besser an.“

Selly: „Vielleicht och een verrücktes Genie.“

Ich: „Hey, treib es nicht zu weit! Lerne lieber erstmal richtig Deutsch!“

Selly: „Dat ick keen richtig Deutsch kann, daran tust nur du schuldig sein. Du tatest mir ja nie in die Schule mitnehmen.“

Ich: „So ein kleiner Quälgeist hätte mir in der Schule gerade noch gefehlt.“

Selly: „Siehste! Und so konnte ick nur Bruchstück von deutsche Sprache lernen.“

Ich: „Und was nun? Gehst du mir jetzt für den Rest meines Lebens auf den Wecker?“

Selly: „Neee, wo tust du hindenken? Uff welch’n Wecker soll ick dich denn geh’n? Du hast doch gar keenen. Aber in deine ulkige Umjehängetasche geh ick dich. Ick wollt mir nur ma nett mit dich unterjehalten haben. Frag mir doch eenfach irjendwas!“

Ich: „Na schön! Warum bist du Schwarz und nicht Rot?“

Selly: „Dat wees ick doch nich, warum meene Erzeujer solche Schwarzmaler war’n. Wat is’n dat für ne Frage? Komm, streng dir etwas in!“

Ich: „Ok. Du willst eine bessere Frage? Was ist der Sinn des Lebens?“

Selly: „Boah! Dat is ja ne tolle Frage! Die haut mir ja voll weg! Dat is ja ne total philosophierte Frage!“

Ich: „Und?“

Selly: „Dat wees ick och nich.“

Ich: „Na toll!“

Selly: „Jetzt bin icke dran.“

Ich: „Na dann frage mal deine Frage!“

Selly: „Ick frag mir manchmal, warum ihr mir immer Brieftasche nennen tut. Ick trag doch keene Briefe mit mich rum.“

Ich: „Oh Gott, noch nerviger als eine permanent quatschende Brieftasche, ist eine, die auch noch ihre Existenz hinterfragt.“

Selly: „Ey, dat wa aber nich nett! Na komm, gebene det schonn zu! Du magst mir.“

Ich: „Nein, tue ich nicht!“

Selly: „Nich nen kleenet Bissel, Svennie?“

Ich: „Nein. Du nervst mich nur. Und nenne mich nicht Sveni!“

Selly: „Na, ick glob schonn!“

Ich: „NEIN!“

Selly: „Nu hab dir nich so! Du brauchst dir nich schämen tun.“

Ich: „Selly, bitte! Es ist halb drei in der Nacht und ich bin todmüde.“

Selly: „Siehste, det Wort versteh’ ich zum Beispiel nich! Entweder is man tot oder müde. Beedes zusammen jeht jar nich.“

Ich: „Das ist doch nur eine Redensart.“

Selly: „Aber ne blöde Redensart.“

Ich „Du hast ja Recht, aber ich würde jetzt wirklich gerne etwas schlafen.“

Selly: „Du tust mich zustimmen? Siehste, ick hab doch jewust, dat du mir mögen tust. Det macht mir so glücklich, dat ick dich een Schlaflied singen tu.“

Ich: „Nein, bitte nicht! Ich will einfach nur ...“

Selly: „Tu schlafen, Kindchen, tu schlafen, deine Mutter is een Schafen ...“

Ich: „Au man, das wird eine lange Nacht!“

(Einige Stunden später ...)

Ich: „Wow! Was für ein verrückter Traum!“

Selly: „Juten Morjen, Svennie! Dat wa keen Traum. Een neuer Tag bricht aus und tut viel Zeit zum Reden haben.“

Ich: „VERDAMMT!“

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Weltuntergang 2012
(Gerade im Internet, aber auch in anderen Medien, wurde im Vorfeld so viel Unsinn zu diesem Thema verbreitet, dass ich mich geradezu herausgefordert gefühlte, meine Meinung kund zu tun und etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. )

Aus gegebenen Anlass möchte ich noch ein Paar Argumente gegen diesen ganzen Weltuntergangsquatsch zum Besten geben. Seit einigen Jahren kursieren im weltweiten Netz Gerüchte, dass die Welt in Kürze untergehen wird. Am 21.12.2012 soll es mal wieder soweit sein. Das behaupten zumindest einige Herrschaften, die vermutlich ein kleines Aufmerksamkeitsdefizit-Problem haben, und begründen dies mit der absurden Aussage, dass an diesem Tag der Maya-Kalender endet. Ja und? Was macht das? Bleiben dann plötzlich alle Uhren stehen und die Zeit hört augenblicklich auf zu vergehen, oder was? Um den Hauch eines Scheines von Glaubwürdigkeit vorzugaukeln, kommen diese Herrschaften fast immer mit pseudowissenschaftlichen Gründen für den Untergang der Welt. Oft sind es irgendwelche Planetenkonstellationen, die dafür sorgen sollen, dass die Sonne dann besonders heftig ausbricht und die Erde verschlingt. Auch schön ist die Theorie, dass in diesem Jahr stark erhöhte Neutrinoemissionen von der Sonne auf die Erde treffen werden, um hier ihre verheerende Wirkung zu entfalten. Das ganze wäre ja einigermaßen amüsant und unterhaltsam, gäbe es nicht immer wieder gutgläubige Menschen, die diesen Unsinn glauben und dann völlig besorgt sind.
Ich kann nur allen raten: Bitte glaubt doch nicht alles, was im Fernsehen gezeigt wird oder in Büchern, Zeitungen und im Internet geschrieben steht. Ich bin mir ganz sicher, dass auch dieser vorhergesagte Weltuntergang, wie so viele vor ihm, sang- und klanglos untergehen wird und die Erde auch nach dem 21.12.2012 noch für mindestens 2 Milliarden Jahre ein Paradies für Leben im Universum bleiben wird. Hier sind meine beiden Argumente für eine Vertagung des endgültigen Endes der Menschheit auf unbestimmte Zeit:
1. Was mir bei der ganzen Aufregung um das Ende des Maya-Kalenders einfach nicht einleuchten will: Weshalb soll der Kalender einer einzigen Gruppe von Menschen das Schicksal von allen vorhersagen können? Es gibt noch viele weitere Kalender mit den unterschiedlichsten Zeitrechnungen. Zumal die Maya ja schon seit über Tausend Jahren nicht mehr unter uns weilen. Noch gravierender ist aber die Tatsache, dass es in den Schriften der Maya keinen Zusammenhang zwischen der Apokalypse und ihrem Kalender zu finden gibt. Der Maya-Kalender endet auch gar nicht an diesem Tag, wie einige Leute es behaupten. Er ist auf 3 unterschiedlich lange Kreisläufe oder Zyklen aufgebaut, die wie Zahnräder ineinander laufen. Und der längste, dieser Zyklen, wird dieses Jahr vollendet, was aber nicht bedeutet, dass alles endet, sondern vielmehr, dass alles von vorn beginnt. So gesehen könnte das Ganze auch Anlass zur Hoffnung geben. Denn meines Erachtens hat die Menschheit einen Neuanfang dringend nötig. Vielleicht könnte sie so aus dem Schatten ihrer stürmischen Vergangenheit heraustreten und endlich erwachsen werden.

2. Jetzt wird es etwas wissenschaftlich. Aber keine Bange! Ich bin bei euch. Soviel vorweg. Die folgenden Fakten sind nur einige von unzähligen Indizien dafür, wie unglaublich fein in der Natur alles aufeinander abgestimmt ist. Damit möchte ich zeigen, was für ein durchweg lebensbejahendes Umfeld die Erde für uns darstellt. Die größte Gefahr für uns Menschen kommt nicht aus den Tiefen des Alls, sondern eher aus den eigenen Reihen. Wer Fragen zu diesem Text hat, kann sie gerne per E-Mail an mich stellen.

Das Universum hat schon kurz nach seiner Entstehung damit begonnen, aus Wasserstoff und Helium - den beiden ersten Elementen - mit Hilfe der Schwerkraft Sterne zu gebären. Die allerersten von ihnen waren wahre Giganten, Hundert bis Tausend Mal schwerer als unser Stern. Im Inneren der Sterne wurden durch die Verschmelzung von Atomkernen die schwereren Elemente erzeugt, aus denen alles besteht, was wir kennen und auch wir selbst. Das heißt, wir sind im wahrsten Sinne des Wortes Kinder der Sterne. Und am Ende ihres Lebens gaben sie in gewaltigen Explosionen diese erbrüteten Elemente wieder an das Universum zurück. Dieser gewaltige Kreislauf des Werdens und Vergehens von Sternen wiederholte sich unzählige Male und reicherte das Weltall mit all den Elementen an, die wir heute kennen. So geschah es, dass 9,2 Milliarden Jahre nach der Entstehung des Universums in einer nicht weiter bemerkenswerten Galaxie mit 100 Milliarden Sternen ein neuer Stern das Licht der Welt erblickte. Er war zunächst einmal auch nichts Besonderes in diesem Meer aus funkelnden Lichtern. Um ihn herum versammelte sich eine Gas- und Staubscheibe mit sehr vielen schweren Elementen aus früheren Sternenexplosionen. Daraus entstanden in relativ kurzer Zeit seine 9 Begleiter. Diesen Stern werden die Bewohner des 3. Planeten dieses Systems 4,5 Milliarden Jahre später im Übrigen "Sonne" nennen. Der Planet, den wir heute liebevoll als "Mutter Erde" bezeichnen, hatte ungeheures Glück. Nicht nur, dass er mit ein paar Brocken zusammenstieß, die Wasser mit sich führten, das für die Entstehung von Leben unerlässlich ist. Die Erde hatte sich auch einen Begleiter geangelt, der im Verhältnis ziemlich groß ist. Seine Größe und damit die Kraft, die er auf die Erde ausübt sind entscheidend für die Entwicklung von Leben auf unserem Planeten. Der Mond hatte zum einen die Drehachse der Erde stabilisiert. Das sorgt für ein angenehmes Klima auf unserem Globus. Des weiteren bremste er ihre Drehgeschwindigkeit ab. Ohne den Mond hätte ein Tag auf der Erde heute nur 10 und nicht 24 Stunden. Hinzu kommt, dass die Erde genau im richtigen Abstand zu ihrem Zentralgestirn, der Sonne entstand, nämlich in der sogenannten Habitablen Zone. Das ist der Bereich um einen Stern, in dem das Wasser auf einem Planeten, der ihn umkreist, weder gefriert, noch verdampft und somit Leben auf diesem Planeten zumindest möglich ist. Außerdem hat unsere Erde einen sehr mächtigen Beschützer an die Seite gestellt bekommen. Der Planet Jupiter, immerhin mehr als 300 Mal so schwer wie die Erde, lenkt beziehungsweise fängt viele herumfliegenden Gesteinsbrocken ab, die der Erde gefährlich werden können. Und auch unsere kosmische Nachbarschaft scheint uns sehr wohlgesonnen zu sein. Denn obschon unsere Sonne nur einer von unzähligen Sternen dieser Art ist, hat er einen entscheidenden Vorteil gegenüber vieler seiner Artgenossen. Die Sonne suchte sich gewissermaßen ein ruhiges Plätzchen, um etwa 10 Milliarden Jahre besonnen zu strahlen. Es deutet alles darauf hin, dass seit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren keine kosmischen Katastrophen in unser Nähe passiert sind, die eine Gefahr für das Leben auf der Erde dargestellt haben. Weder ist eine Supernova innerhalb eines bedenklichen Radius explodiert, noch ist ein anderer Stern dem Sonnensystem zu nah gekommen und hat die Planeten aus ihren Bahnen geworfen. Und es gibt auch nicht das allergeringste Anzeichen dafür, dass es in absehbarer Zeit zu irgendeiner Störung dieser himmlischen Ruhe kommt.

Worauf will ich mit all den Fakten eigentlich hinaus? Nun, es spricht wirklich alles dafür, dass sich das Universum seit seiner Entstehung vor 13,7 Milliarden Jahren große Mühe gegeben hat, für das Leben auf unserem kleinen blaugrünen Planeten die besten Vorraussetzungen zu schaffen, hier in Ruhe zu gedeihen und sich zu entfalten. Und auch im Sonnensystem, das wie gesagt 4,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel hat, ist nicht viel passiert, was sich verheerend auf das Leben hätte auswirken können - von dem Einschlag vor 65 Millionen Jahren einmal abgesehen. Während dieser ganzen Zeit gab es alle möglichen Planetenkonstellationen und nie ist die Welt untergegangen.
Da fällt mir dieses wunderbare Zitat aus Goethes Faust ein: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!"
Die Natur will uns nicht an den Kragen. Sie wird letzten Endes nicht für das Ende der Menschheit verantwortlich sein. Wir haben uns die Suppe selbst eingebrockt und wir müssen sie auch wieder auslöffeln. Es wird höchste Zeit, dass die Spezies Mensch die Verantwortung für ihr Überleben, ihre Zukunft und für ihren Planeten selbst übernimmt, und zwar im globalen Ausmaß. Oder: Wie Professor Harald Lesch es mal in einer Folge "Abenteuer Forschung" so treffend formulierte: "Die Erde ist das Paradies, aus dem uns niemand vertreibt, außer wir selbst uns. In diesem Sinne: Bleiben Sie Mensch!"

Ich wünsche euch allen ein schönes, gesundes und glückliches Jahr 2012 und noch viele weitere Jahre auf dieser wunderschönen Welt.

Sven Kocar - 2012

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